Junge Union kritisiert Tempo-Neuregelung

16.03.2015

Nachwuchspolitiker fordern sinnvolle Verkehrskonzepte – Studien zufolge steigt Lärmpegel

JU Kirchheim und die Stadtverwaltung in der Diskussion über Tempo 30 in Ötlingen und auf der Paradiesstraße

JU Kirchheim und die Stadtverwaltung in der Diskussion über Tempo 30 in Ötlingen und auf der Paradiesstraße am 30.4.2015 mit Bürgermeister Günter Riemer und Stadtplaner Gernot Pohl. V. li.: Sebastian F. Schulze, Kata Leya, Manfred Benedikter, Mario Stümpflen, Gernot Pohl und BM Riemer.

Die Tempo-30 Schilder sind enthüllt und die Geschwindigkeitsbegrenzung für die Ortsdurchfahrt Ötlingen und die Paradiesstraße in Kraft getreten. Die Junge Union hinterfragt die Tempobegrenzung kritisch.

Kirchheim. Der CDU-Nachwuchs zweifelt in einer Pressemitteilung vor allem am Sinn der Geschwindigkeitsbegrenzung.  Mario Stümpflen, Mitglied der Arbeitsgruppe Verkehr, sagt: „Die Einführung von Tempo-30-Begrenzungen mit Lärmschutz oder Umweltverträglichkeit zu begründen ist nicht stichhaltig. Studien belegen, dass der Lärmpegel sogar steigt, da die überwiegende Zahl der Verkehrsteilnehmer in niedrigeren Gängen mit hoher Drehzahl fährt und bei diesen Geschwindigkeiten das Geräusch des Motors die hauptsächliche Lärmquelle des Fahrzeugs ist.

Paul Hennrich, ebenfalls Mitglied der AG Verkehr, erklärt: „Zum einen steht die Einführung der Tempo 30-Begrenzungen in keinem direkten Zusammenhang mit dem LKW-Durchgangsverbot – diese waren eine reine Empfehlen des Landesregierung, aber keine Voraussetzung für das LKW-Durchfahrtsverbot. Zum anderen muss die Sinnhaftigkeit des LKW-Durchfahrtsverbots angezweifelt werden. Im Schnitt macht der Schwerlastverkehr auf den betroffenen Strecken 3,1% des Verkehrsaufkommens aus. Durch ein LKW-Durchfahrtsverbot wird der LKW-Verkehr, dessen Start- oder Ziel nicht in Kirchheim liegt, verringert – dies betrifft im Durchschnitt 12,5% des Schwerlastverkehrs. Die schwieriger werdende Lage für Autofahrer in der Stadt werde zusätzlich verschärft. „Der  Autoverkehr in und durch Kirchheim ist auch ohne eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit bereits schwierig“, so Arbeitsgruppenmitglied Katrin Schulz.

Aus Sicht der Jungen Union fehlt es an einer schlüssigen Gesamtregelung. JU-Vorsitzender Sebastian Schulze äußert Bedenken, dass Restriktionen ohne den Mut zu Neubauten kein geeignetes Mittel der Problemlösung sind: „Wir können nicht auf der einen Seite den Verkehr aus den Ortschaften drängen wollen und auf der anderen dann den Neubau von Umgehungsstraßen blockieren. Unser Wohlstand hängt vom Handel und der Automobilbranche ab.“ Ziel müsse es sein, den Verkehr, besonders den LKW-Verkehr, nicht durch Einführung von neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen zum Erliegen zu bringen sondern durch sinnvolle Konzepte eine für alle Seiten annehmbare Lösung zu schaffen, die nicht einseitig zu Lasten der Autofahrer geht.

Teckbote vom 16.03.2015

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