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Michael Hennrich im Interview, ein Jahr vor der Wahl

Flüchtlingskrise und Wahldebakel im Land. Vor welchen Herausforderungen steht die Union, ein Jahr vor der Wahl? Michael Hennrich steht Rede und Antwort.

Michael Hennrich im Interview mit der JU Kirchheim
Michael Hennrich im Interview, win Jahr vor der Wahl.


1. Du wurdest mit über 90% nominiert. Bist du jetzt bis in die Haarspitzen motiviert oder eher sorgenvoll mit Blick auf die Situation mit der wir in den Wahlkampf gehen?

MH: Beides, sehr motiviert, weil wir die Scharte auswetzen wollen, die wir bei der LTW bekommen haben und den politischen Mitbewerbern zeigen wollen, wer die stärkste Kraft im Land ist. Andererseits bin ich mir bewusst, wie die Stimmung angesichts der Flüchtlingskrise ist. Deswegen wird der Wahlkampf 2017 alles andere als einfach.

 

2. Bei der letzten BTW hat es fast zur absoluten Mehrheit gereicht auch dank des Merkel-Bonus. Ist der Vorteil von 2013 dieses Mal eher ein Nachteil?

MH: Wir werden sicherlich keinen Merkel-Bonus mehr haben. Wir merken schon, dass das Image angekratzt ist. Ich glaube aber, dass Angela Merkel in weiten Teilen der Bevölkerung einen großen Rückhalt hat, weswegen ich optimistisch bin, dass wir mit ihr die Wahl gewinnen können.

 

3. Das Ergebnis bei der LTW war das historisch schlechteste Abschneiden in BW. Warum wird es bei der BTW anders laufen?

MH: Zum einen haben die politischen Mitbewerber auf Bundesebene nicht solche charismatischen Persönlichkeiten, die eine echte Alternative darstellen. Zum anderen haben wir in der Flüchtlingspolitik eine Kurskorrektur vorgenommen. Wir haben inzwischen einen deutlichen Rückgang der Flüchtlingszahlen und effektivere Strukturen. Unser Ziel muss sein, dass dies nicht nur auf dem Papier steht, sondern es die Menschen auch spüren. Hierzu müssen wir die Verfahren konsequenter betreiben und die Menschen ohne Bleibeperspektive auch zurückführen.

 

4. Was sind aus deiner Sicht die drei zentralen Botschaften, die wir den Wählern vermitteln müssen?

Erstens, sind wir eine Partei des Ausgleichs, die unterschiedliche Interessen zusammenführen kann. Zweitens bieten wir der Bevölkerung Sicherheit in vielfältiger Ausgestaltung, sei es im Bereich Kriminalität und Terrorismus, Sicherheit im Alter oder auch im beruflichen Vorankommen und der Versorgung. Der dritte Punkt ist Perspektive, hier gilt der alte Spruch, dass Parteien nicht gewählt werden für das, was sie in der Vergangenheit geleistet haben. Die CDU muss zeigen, welche Ziele sie für die Zukunft hat, dazu gehört, dass wir ein wirtschaftsstarkes Land bleiben und dass wir im Bereich Integration spürbare Fortschritte erzielen.

 

5. Seit 2002 hast du immer das Direktmandat im Wahlkreis erringen können, letztes Mal sogar mit 51%, was ist die Zielmarke für 2017?

MH: Bei der Nominierung waren es 92%, da habe ich gesagt, die Hälfte würde mir reichen, so dass ich jetzt einfach mal keck sage 45+X, wissend, dass das sehr ambitioniert ist.

 

6. Es ist deine 5.Wahl als Kandidat, immer noch aufgeregt oder inzwischen Routine?

MH: Der letzte Wahlkampf war Routine, da hat man gewusst, es kann nicht viel schief gehen. Dieses Mal sind es andere Vorzeichen. Ich bin zwar nicht aufgeregt, aber angespannt. Wir haben bei der letzten LTW gespürt, dass es Situationen geben kann, die einem das Ergebnis regelrecht verhageln. Dieses Mal können externe Ereignisse wie Terrrorangriffe die Stimmung im Land innerhalb von zwei oder drei Wochen komplett drehen.

 

7. Schätzfrage, wie viel Prozent erreicht die Union in 2017?

MH: Sind wir mal optimistisch und sagen 37%.

 

8. Aus Reihen der SPD kam vor geraumer Zeit der Vorschlag zur Kostenreduktion die Legislaturperiode auf 5 Jahre zu verlängern, was hältst du von diesem Vorschlag?

Die Diskussion habe ich seit ich im Deutschen Bundestag bin. Ich kann mit beidem leben, letztlich muss die Frage entschieden werden, fertig.

 

9. In deinem Wahlkreis stehen dir die beiden stärksten JU-Verbände in der Gegend zur Verfügung, welche Vorteile hat das für dich?

MH: Erstens Mal hilft es mir extrem bei der Organisation des Wahlkampfs. Die JU war und ist immer ein verlässlicher Partner, wenn es um Vorort-Aktionen, Logistik oder die Ausformulierung von Positionen geht. Ich sage das mit ganz einfachen Worten, ich brauche die Junge Union im Wahlkampf und freue mich auf die Unterstützung.

 

10. Vollende folgenden Satz: „In einer Welt in der Sigmar Gabriel Kanzler ist, wäre ich…“

MH: …wahrscheinlich Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Beides halte ich für eher unwahrscheinlich.

Veröffentlicht in News Bereich Slideshow