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Birgül Akpinar informiert in Kirchheim über die verschiedenen Glaubensrichtungen im Islam

Kirchheim/Teck – Ende September luden die CDU Kirchheim-Dettingen und die Junge Union Kirchheim gemeinsam zur Infoveranstaltung „Auch Zuwanderer sind verschieden“ ein. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Glaubensrichtungen innerhalb des Islam. Sebastian Schulze, stellvertretender Vorsitzender der CDU und Vorsitzender der JU in Kirchheim, konnte hierzu Birgül Akpinar, Landesvorstandsmitglied der CDU Baden-Württemberg und bekennende Alevitin als Expertin begrüßen.

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Birgül Akpinar und Sebastian Schulze bei dem Vortrag “Glaubensrichtungen im Islam”.

In ihrem Vortrag ging Sie zunächst auf aktuelle Zahlen und Fakten ein. Gemäß den Statistiken leben derzeit über 4 Millionen Muslime in der Bundesrepublik Deutschland, davon etwa 600.000 in Baden-Württemberg. Die meisten von ihnen sind sunnitischer Glaubensrichtung. Im Verlauf des Vortrags ging Akpinar auf die Unterschiede in der Glaubensausübung und den dafür verantwortlichen Gründen in der Lehre und Geschichte der verschiedenen Strömungen aus Schiiten, Aleviten und Alawiten, ein. Sie zeigte aber auch Parallelen und Abgrenzungen zum Christentum oder dem Judentum auf. Zu den Aleviten ergänzte Akpinar noch, dass ein großer Teil der hier lebenden Aleviten, sich als Glaubensgemeinschaft außerhalb des Islam betrachtet. Dass es beim Koran, wie den meisten religiösen Schriften, auch auf die Auslegung ankommt, betont sie in diesem Zusammenhang besonders: „Der Koran beinhaltet viele Widersprüche. Allerdings findet man diese auch in anderen Offenbarungen wie der Bibel“, so Akpinar. Veranschaulicht wurde der Vortrag durch verschiedene religiöse Relikte, welche eigens von Birgül Akpinar mitgebracht wurden. Hier hatte das Publikum beispielsweise die Chance, sich selbst einmal an der derzeit viel diskutierten Burka zu probieren. Der Kirchheimer JU-Vorsitzende Sebastian Schulze sagte hierzu: „Die Burka ist mit deutschen Wertevorstellungen nicht vereinbar, gleichwohl sollte man wissen über was man eigentlich redet, bevor man nach einem Verbot ruft“. Viele der Zuhörer nutzten diese Möglichkeit auch, um sich ein Bild davon zu machen, wie sich die Trägerinnen des Vollschleiers fühlen.

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Gegenstände aus dem Islam.

Zum Ende der Präsentation zeigte Akpinar eine Vielzahl muslimischer Verbände auf, die in Deutschland aktiv sind und sagte, dass überhaupt nur 20% der Muslime in Deutschland in Verbänden organisiert sind. Damit repräsentieren die muslimischen Verbandsvertreter nur eine Minderheit der Muslime in Deutschland. Hinzu kommt, dass es sich bspw. beim „Zentralrat der Muslime“ oder dem „Islamrat“ um Dachverbände handelt, in denen verschiedene Organisationen zusammengeschlossen sind. Durch derart verschachtelte Verbandsstrukturen wird versteckt, welche Gruppen tatsächlich an Verhandlungstischen vertreten sind, wie z.B. die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), welche auch immer wieder in den Medien präsent sind und versuchen großen Einfluss auf die in Deutschland lebenden Muslime auszuüben. Laut Einschätzung von Birgül Akpinar, sind einige dieser Verbände ein deutliches Hindernis, wenn es um die Integration geht. Eine erfolgreiche Integration ist u.a. nur durch eine Entzauberung dieser Verbände möglich. Die Instrumentalisierung der Türken in Deutschland für politische Zwecke durch den türkischen Staatspräsidenten und einschlägige Verbände erschwere diese zusätzlich.

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Angehörige der JU und CDU Kirchheim-Dettingen mit Birgül Akpinar.

Bei der Auswahl der Gesprächspartner durch die Politik und die Medien vermisst die Alevitin Akpinar häufig das dringend erforderliche Fingerspitzengefühl. „Man sollte vorher genau hinschauen mit wem man sich an einen Tisch setzt und von wem man sich einladen lässt, rät sie. Feste Regeln und die konsequente Durchsetzung der Werteordnung des Grundgesetzes sind für das Gelingen von Integration unverzichtbar.

Nach dem Ende des Vortrags hatten die Anwesenden noch die Möglichkeit Fragen zu stellen und ihre eigenen Ansichten zur Diskussion beizutragen. „Um einen interreligiösen Dialog zu führen muss man auch etwas über den Glauben des anderen wissen. Daher sind Veranstaltungen wie diese besonders wichtig“, erklärt der stellvertretende JU-Vorsitzende Michael Haug die Intention zu der Veranstaltung.

Veröffentlicht in News Bereich Slideshow